Was kommt als nächstes?

Nach dem enttäuschenden Versuch, ein Boot zu kaufen und dieses in den Sommerferien von Greifwald ins Ijsselmeer zu überführen, steht nun die berechtige Frage im Raum: Wie verbringen wir die Zeit im Sommer? Zumindest ich habe quasi sechs Wochen Ferien und auch Marlene hat sich mehrere Wochen Sommerurlaub genommen… Und die wollen natürlich genutzt werden, möglichst auf dem Wasser ;).

Anfang des Jahres haben wir auf der Bootsmesse in Düsseldorf einen Chartertörn gebucht. Nachdem wir die Zusage des Verkäufers hatten, haben wir diesen jedoch kurzerhand wieder storniert. Schließlich würden wir ab Sommer ein eigenes Boot haben, mit dem wir unterwegs sein wollten. Leider hielt die Freude über das eigene Boot nur ein paar Wochen. Als nämlich der Verkäufer den Verkauf zurückgezogen hat, standen wir sowohl ohne Boot als auch ohne Sommertörn da. Das war so ein Moment, in dem ich an dem ganzen Projekt gezweifelt habe – mir war die komplette Lust am Segeln vergangen. Zum Glück nur ein paar Tage! Kurze Zeit später haben wir unseren Vercharterer ecosail angerufen und die komplette Geschichte erklärt. Dankenswerter Weise konnten wir die Stornierung unproblematisch widerrufen. Zwar haben wir immer noch kein Boot für unser großes Abenteuer, aber eine schöne Aussicht für die Sommerferien. Ausgangspunkt für unseren Urlaub ist ausgerechnet Greifwald. Nicht weit von dort liegt die Dufour 35, die wir kaufen wollten. Zumindest theoretisch. Gut möglich, dass sie inzwischen doch verkauft ist und über die Ostsee zieht. Ich werde meine Augen im Sommer in jedem Fall offen halten!

Von unserem Ausgangshafen wollen wir nun also zwei Wochen lang die Ostsee mit einer Sun Odyssey 30i erkunden. Das Boot selbst ist gerade mal neun Meter lang, bietet jedoch allen Komfort, den wir zu zweit benötigen. Neben zwei Schlafkabinen haben wir eine kleine Pantry mit einem Zwei-Platten-Gaskocher, ein separates Bad und einen kleinen Navigationstisch. Für die gemütlichen Abende unter Deck gibt es zudem eine Sitzecke mit Klapptisch.

Eine „Reiseroute“ haben wir bisher nicht festgelegt. Häufig schauen wir lieber auf die Windverhältnisse vor Ort und entscheiden dann gemeinsam über die Route. Einige reizvolle Ziele haben wir dennoch vor Augen – dazu gehört neben der Insel Bornholm die Südküste von Schweden, Teile von Dänemarks Inseln und nicht zuletzt die Insel Fehmarn. Letztere liegt zwar recht weit entfernt von Greifswald, übt aber auf mich einen besonderen Reiz aus. Allerdings weniger landschaftlich, sondern vielmehr aus kulinarischer Sicht: Während meines Schwerwettertörns 2015 haben wir im Yachthafen von Burgstaaken festgemacht und ein Stück Himbeer-Kuchen im Cafe Kontor vor Ort gegessen. Seitdem träume ich von diesem Kuchen. Egal, in welches Café ich seit damals gehe, schaue ich nach diesem Kuchen Ausschau. Bisher jedoch vergeblich. Daher wollte ich unbedingt noch einmal nach Fehmarn, um zum einen ein Stück Kuchen zu genießen und zum anderen, um ihn Marlene zu zeigen. Die ist inzwischen auch schon ganz gespannt, weil ich ihr so oft davon vorgeschwärmt habe.

Neben der Reiseroute und dem Kuchen auf Fehmarn stehen aber noch mehr Dinge an, die beim kommenden Sommertörn wichtig für uns uns sind. So haben wir im Hinblick auf unseren großen Törn 2020/2021 noch so einiges, das wir im Vorhinein austesten wollen. So wie letztes Jahr das Üben bzw. die Erfahrungen des An- und Ablegens zu zweit im Vordergrund standen, möchten wir in diesem Jahr eine Nachtfahrt (unsere erste) angehen. Gerade für unsere erste gemeinsame bietet sich die Ostsee im Sommer an – die Nächte, also die Phasen der Dunkelheit, sind recht kurz, gleichzeitig ist die Ostsee gut befeuert. (Wer sich jetzt wundert, was „befeuert“ heißt: Damit ist gemeint, dass es viele Positionslichter und Richtungsfeuer gibt, an denen wir uns orientieren können.) Zudem ist das Gebiet der Südlichen Ostsee nicht so stark befahren und wir haben in der Nacht nicht allzu viele Schiffe um uns herum, auf die wir achten müssen.

Um auf längeren Passagen mehrere Tage und Nächte durchfahren zu können, ohne an Schlafmangel zu leiden und die nötigen Arbeiten auf dem Boot weiterhin verrichten zu können, gibt es verschiedene Wachsysteme, also Regeln, wer wann Wache hat, und wer sich ausruht bzw. schläft. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie solch eine Wachrhythmus aussehen kann. Dazu gehört zum Beispiel das 4/4 Wachsystem: 4 Stunden Wache, 4 Stunden frei für Schlafen o.a.. Welches System für uns das richtige ist, müssen wir über die Zeit noch herausfinden. In unserer ersten Nachfahrt, so der Plan, wollen wir sowieso beide wach sei, um das Erlebnis zu teilen und uns gemeinsam an diese für uns ungewöhnliche Erfahrung zu gewöhnen. Zudem bietet eine zweite Person gerade bei den ersten Nachtfahrten enorme zusätzliche Sicherheit. Damit wir beide die Nächte ohne Schlaf jedoch gut durchstehen, werden wir uns wohl am Tag vor der Nachtfahrt im Hafen ausruhen und erst abends zur Fahrt aufbrechen. Somit, so hoffen wir, sind wir über die Nacht nicht ganz so müde und können sie gemeinsam genießen.

Obwohl es jetzt (vorerst) doch nicht das eigene Boot geworden ist, bleibt uns also ein schöner Sommertörn über die Ostsee, auf dem wir unsere Seemannschaft verbessern können. Dies ist ebenfalls ein wichtiger Schritt in der aktuellen Vorbereitungsphase und wir freuen uns beide schon auf die neuen Erfahrungen.

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